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Neun Monate, ein dreiviertel Jahr, solange haben die DISKUSSIONEN des Stadtrates Hettstedt gedauert, bis endlich der Flächennutzungsplan für die alte Deponie so geändert wurde, dass dort ein Solarpark möglich wäre.

Auch die entscheidende Sitzung am 31.01.2012 (bei der unter anderem der Bürgermeister vom Stadtrat in seinem Amt bestätigt wurde), war von Vorbehalten gegen einen Solarpark geprägt.

Persönliche Befindlichkeiten sind ein Hemmschuh in Hettstedt – das war so, das ist so und wird vielleicht auch so bleiben!


Die Entscheidung “pro Solarpark” und damit zu Gunsten der Stadt Hettstedt und Einnahmen für die Stadtkasse fiel schlussendlich durch die Aussagen eines Vertreters der Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH, der bescheinigte, dass von der Deponie keine Gefahren ausgehen.

Einzig die Empfehlung, die Abdeckung der Deponie nicht zu bewegen, wurde gegeben, daher wäre die Fläche ideal für regenerative Energien.

Lediglich die FBM/Feuerwehrfraktion (bis vor kurzem noch die FDP/Feuerwehrfraktion, laut http://www.hettstedt.de/index.php/de/buerger/stadtratundverwaltung/stadtrat voll von parteilosen Ex-FDP-lern) stellt sich weiterhin gegen die Bebauung der Deponie mit Solaranlagen.

“Wir sind gegen die Baumaßnahme. Ich sehe die Gefahr, dass Schadstoffe an die Oberfläche kommen können. Und es kann uns keiner die Garantie geben, dass das nicht passiert”, sagte Hans-Jörg Meyer.

Hubertus Luthardt (zur Wahl für die SPD angetreten, Mitglied der SPD-Fraktion, parteilos) hatte scheinbar auch sehr wichtige Beweggründe, um gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes zu votieren. Er wurde allerdings vom Stadtratsvorsitzenden Marco Steckel gebremst: “Sie sind Jagdpächter im Kuhgrund und haben ein Mitwirkungsverbot.(wundert so etwas noch jemanden in Hettstedt?)

Fast schon merkwürdig (wenn auch sehr im Interesse von Hettstedt) wirkt da die Argumentation von Lothar Hentschel (DieLinke), Stadtratsmitglied in der Fraktion der antikapitalistisch eingestellten DieLinke, der auf die Einnahmen für die Stadt Hettstedt verweist (Bravo!).

Zum Glück macht der Stadtrat ja von seiner Planungshoheit Gebrauch, so sollen die Gestelle für die Befestigung der Solarpanele nicht in den Boden gerammt werden, sondern schonender aufgebracht werden.

Es könnte noch Monate dauern, bis der erste Strom in Hettstedt produziert wird

Denn der Stadtrat hat die beiden Investoren beauftragt, auf eigene Kosten einen Bebauungsplan zu erstellen. Und wenn der vorliegt, dann wird entschieden, welcher Investor in dieser großartigen Stadt investieren darf. Und dann bauen darf.

Warum investiert Hettstedt nicht selbst?

Da nach Außen hin der Eindruck gefestigt wird, Investoren seien in Hettstedt nicht erwünscht (was wirklich anzunehmen ist, wenn 9 Monate DISKUTIERT wird, ob ein Solarpark möglich wäre und dann noch derartige Auflagen gestellt werden),

wäre es doch naheliegend, wenn die Stadt Hettstedt den Bau des Solarparks selbst in die Hand nimmt!

Damit würden sich viele Probleme vom allein lösen:

  • Hettstedt hätte die absolute Kontrolle
  • Unerwünschte Investoren würden der Stadt fern bleiben
  • Der Stadtrat könnte den Bau persönlich überwachen
  • Einnahmen kämen der Stadtt Hettstedt zu Gute

Wenn es für Investoren lohnend ist, einen Solarpark in Hettstedt zu errichten, dann ist davon auszugehen, dass diese Investoren mit dem Solarpark Geld verdienen. Was bedeutet:

Einnahmen – Ausgaben = Gewinn

Warum nun möchte die Stadt Hettstedt sich diesen Gewinn entgehen lassen und sich statt dessen mit Peanuts zufrieden geben?

Zum einen könnte das daran liegen, dass die Stadtwerke Hettstedt GmbH zwar eine GmbH, also ein rechtlich selbständiges Unternehmen sind, aber:

Der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Hettstedt GmbH bestehen fast ausschließlich aus den Stadträten der Stadt Hettstedt.

Ich glaube gehört zu haben, dass die Stadtwerke Hettstedt GmbH den Einstieg in die Strombranche planen, sobald die Netze wieder in die Hände der Stadtwerke fallen (es gibt da wohl einen langjährigen Vertrag, der die Netze an einen anderen Betreiber vermietet hat).

Nun wäre es in diesem Fall ja dumm, wenn man Konkurrenz von der Stadt Hettstedt bekommen würde, da dann ja ein zukünftig wichtiger Unternehmensbereich wegfallen würde.

Mir fällt grad kein Wort ein, wie man soetwas nennt, aber moralisch richtig ist so ein Verhalten nicht.

Warum die Stadtwerke Hettstedt GmbH nicht selbst in einen Solarpark auf der alten Deponie investiert:

Nunja, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Hettstedt GmbH ist:

Stadtrat Hubertus Luthardt

der ja bekanntlich sowieso etwas gegen den Solarpark auf der alten Deponie am Kuhgrund hat. Aus persönlichen Gründen. Als Jagdpächter!

Auf der einen Seite ist es erfreulich, dass ein Solarpark in Hettstedt “theoretisch” möglich wäre.

Aber ganz ehrlich, als Investor 9 Monate lang darauf warten, dass der Stadtrat sich endlich für eine mögliche Investition entscheidet, und dann auf eigene Kosten einen Bebauungsplan zu erstellen und dabei zu wissen, dass die Chance für den Zuschlag bei 50% liegt, das wäre mir echt zu blöde.

Zumal in Hettstedt schon sehr oft persönliche Befindlichkeiten eine Rolle bei der Entscheidung über die Zukunft der Stadt spielten, ist dann noch fraglich, welcher Investor mit welchem Bebauungsplan auch noch die persönlichen Interessen des Stadtrates trifft.

Am logischsten erschiene für mich:

Hettstedt gibt sich nicht mit Einmalzahlungen und Pacht durch einen Investor zufrieden, sondern investiert selbst.

  • Man weiß ja nun zumindest, dass sich derartige Investitionen lohnen werden (wenn es gleich mehrere potenzielle Investoren gibt),
  • man hätte langfristig gesehen wesentlich höhere Einnahmen und Gewinne
  • und man könnte Unternehmen vor Ort beim Bau mit ins Boot holen, zum Beispiel die HMT, von der ja bis vor kurzem niemand wusste, dass diese Aluminiumprofile herstellt, die für den Bau von Solaranlagen geeignet sind

 

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3 Kommentare

  1. Die Ursache für das unverständliche Handeln der Stadträte könnte sein, das Hettstedt noch über zu viele Einnahmen verfügt und daher eine notwendige Einsicht auf sich warten lässt. Übrigens, bei dem Hettstedter Wirteverein gibt es ähnliche Erscheinungen des Abwartens und der Angst vor Gästen die den Umsatz befördern würden.

    • Zum Thema Wirteverein kann ich leider nichts sagen, was aber Dienstleistungen betrifft, glänzt man in Hettstedt sowieso nicht gerade. Dies gilt auch für die Gastwirtschaft.
      Zum Wirteverein fällt mir persönlich nur ein, dass man sich dort allein schon für die Internetseite http://www.wirteverein-hettstedt.de/ in Grund und Boden schämen sollte!

      Was die Investoren für die Solarparks betrifft, so darf man nun gespannt sein, ob diese überhaupt noch an Investitionen interessiert sind, wo ja im Laufe des Jahres die Solarförderung für derartige Anlagen um 30% gesenkt wird.

      Ob man sich in Hettstedt dann noch mit 10.000 Euro an der Verschönerung des Kolping-Kreisels und am Bau eines dringend benötigten Autokinos für die Gymnasiasten beteiligen wird?

  2. Pingback: Elitäre Jugend fordert Autokino und Sonderrechte beim Parken | Hettstedt-Online

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