Hettstedt-Online

Bis 2025 ein besseres Hettstedt

Ideenlos, aber Angst, zu kurz zu kommen

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So kann man einen Großteil der Stadträte in Hettstedt kurz und knapp beschreiben. Leider!

Gezeigt hat sich dies wieder deutlich bei einer Ausschuss-Sitzung im Stadtrat Hettstedt, bei der Otto Spieler, ehrenamtlicher Ortschronist, einen Vorschlag unterbreitete, wie die Baudenkmäler, und mit ihnen der Tagestourismus in Hettstedt, attraktiver gemacht werden können.

Herr Spieler schlug vor, Schilder an Hettstedts Baudenkmälern anzubringen, mit Informationen rund um das historische Gebäude. Dies könnten Informationen zum Baujahr oder zur historischen Nutzung des Gebäudes sein.

Im Allgemeinen stieß dieser Vorschlag im Ausschuss auch auf Zustimmung, aber:

Heinz Rother (CDU) machte darauf aufmerksam, dass andere Ortsteile nicht übervorteilt werden dürften und nannte als Beispiel die Kirche in Neudorf.

Die Walbecker Ortsbürgermeisterin Petra Wernicke (CDU) machte sich auch sogleich für Walbeck stark, verwies auf das Planteurhaus und das Walbecker Schloss und machte darauf aufmerksam, dass Walbeck ein geschichtsträchtiger Ort sei. “Als Kaiser Otto Walbeck besuchte, war Hettstedt noch ein Klecks!”, war die Aussage.

Ich möchte Frau Wernicke nicht zu nahe treten, aber: Es heißt Walbeck bei Hettstedt und nicht Hettstedt bei Walbeck.

Und auf die Geschichte zu verweisen, nun ja: Das römische Reich gibt es nicht mehr, die DDR gibt es nicht mehr.

Irgendwann in der Geschichte muss es einen Stillstand in Walbeck gegeben haben, denn sonst wäre Walbeck heute eine Stadt.

Otto Spieler plant den Start der Beschilderung noch in diesem Jahr. Außerdem soll eine Geschichtswerkstatt ins Leben gerufen werden, die teilnehmenden Experten sollen so ein einheitliches Bild und eine gemeinsame Außendarstellung erarbeiten. Die Ergebnisse könnten in Broschüren veröffentlicht werden, was für Touristen hilfreich sei.

Hierzu ein Einwurf von mir:

Die Idee mit der Beschilderung und der Geschichtswerkstatt ist gut, da gibt es nichts auszusetzen.

Aber:

Bitte vergessen Sie bei der Geschichte nicht, dass sich die Erde weitergedreht hat.

Broschüren liegen in der Stadtinformation aus, Touristen, die sich hierhin verirren, nehmen sich eine mit und werden diese einige Zeit nach Ihrem Hettstedt-Besuch entsorgen. Damit ist dann auch das Geschichte.

Beziehen Sie das Internet mit ein, auch wenn Ihnen dieses Angst macht, weil Sie es nicht verstehen und das Potenzial nicht erkennen. Informationen, die Sie im Internet zur Verfügung stellen, sind für die Ewigkeit gemacht, können mit einem Klick geteilt werden, verbreiten sich von allein. Und, diese Informationen haben eine längere Haltbarkeit als Broschüren, können auch schneller aktualisiert werden, ohne Kosten für einen Neudruck zu verursachen.

Sicher gibt es bereits (oftmals kostenlose) Seiten im Internet, die sich mit Hettstedt beschäftigen und Informationen liefern, diese sind aber fern von einem einheitlichen Bild und einer gemeinsamen Außendarstellung.

Wenn Sie sich ein solches Marketing nicht zutrauen, schauen Sie sich einfach mal in Ihrer Stadt um, es gibt Leute, die das können (“mit dem Zaunpfahl wink”).

Ich habe bereits versucht, Kontakt mit Otto Spieler aufzunehmen, um ihm meine Idee, die geforderten Schilder mit QR-Codes zu versehen und damit auch die Jugend ins Boot zu holen, vorzustellen, und hoffe, dass ich alsbald eine Antwort erhalte.

Um zum Ausgangsthema zurück zu kommen und dem Titel “Ideenlos, aber Angst, zu kurz zu kommen” gerecht zu werden, hier nocheinmal ein Fazit von mir:

Hettstedt tritt seit Jahren auf der Stelle, wer das nicht sieht, ist auf beiden Augen blind.

Dabei ist ein grundsätzliches Problem die Ursache:

Der gemeine Hettstedter weicht neuen Ideen gern aus, redet diese kaputt.

Gibt es dann von jemandem eine naheliegende, einfache, gute Idee, haben alle anderen Angst, davon nicht zu profitieren.

Es fehlt einfach an Ideen und Innovationsfreude, scheinbar hat der Hettstedter mehr Freude daran, sich an einer beschissenen Gesamtsituation zu ergötzen, getreu dem Motto:

Mit geht es schlecht, meinem Nachbarn aber auch!

Dies ist der falsche Weg, der in den letzten 20 Jahren gegangen wurde.

Wir haben in Hettstedt eine Chance bekommen, einen Bürgermeister, dessen Alter unter dem Durschschnittsalter in Hettstedt liegen dürfte. Einen Menschen, der die bestehende Problematik erkennt, aber zum Aufbruch aufruft.

Meiner Meinung nach sind es die Alten, die in den letzten 20 Jahren nur gejammert und kein Interesse an einer Änderung der Situation hatten und nun diese negative Grundeinstellung an die Jungen weitergeben. Ein Kreislauf, der durchbrochen werden muss.

Immer wieder hört man, es gäbe keine positiven Nachrichten in und aus Hettstedt, und dass man deshalb dem Ganzen kritisch gegenüber steht.

Hört auf zu Jammern!

Wenn es keine positiven Nachrichten von anderen gibt, dann sorgt Ihr doch dafür. Verdammt nochmal!

Der Schuh passt auch andersherum: Meinem Nachbarn geht es gut, mir aber auch!

Macht Euch selbst Gedanken und bringt diese ein.

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