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Solaranlage Walbeck Hettstedt
Solaranlage Walbeck Hettstedt

Hettstedt steht sich selbst im Weg! Siersleben und Walbeck gewinnen

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Erneuerbaren Energien wurde eine große Zukunft prophezeit. Gemeinden wie Walbeck oder Siersleben haben dies erkannt, während Hettstedt wieder einmal Unflexibilität zeigt – und den großen Wunsch, dass scheinbar nichts geändert werden soll.

Bereits am 2. Januar vermeldete die MZ in diesem Artikel, dass das Gewerbegebiet am Apfelborn in Siersleben komplett voll wäre.

Siersleben profitiert von Solarenergie

Das letzte große Grundstück zwischen der WVG Getränke-Fachgroßhandel GmbH und dem Edeka-Lagerzentrum wurde nun durch einen Investor mit einer Solaranlage bebaut.

Ortsbürgermeister Lutz Sommer hatte zwar bis zum Schluss gehofft, produzierendes Gewerbe in das Gebiet zu locken, gestand dann aber schlussendlich ein, dass dies nicht leicht ist.

Für rund 3 Millionen Euro hat die Solarparc AG mit Sitz in Bonn auf einer Fläche von 5 Hektar Solar-Module aufgestellt. Mit dem Bau hat die Solarparc AG angekündigt, mindestens 430 Jahre lang vor Ort zu bleiben und genug Strom für die Versorgung von etwa 570 Haulhalten zu produzieren.

Zwar entstehen durch eine Solaranlage keine direkten Arbeitsplätze, in diesem Fall wurde die Wartung aber an eine örtliche Elektrofirma gegeben, ein Landwirt aus der Nachbarschaft übernimmt die Pflege des Grundstückes.

Die durch das Unternehmen getätigte Einmalzahlung kann beispielsweise eingesetzt werden, um einen Teil des Kredites für das neue Feuerwehrgerätehaus zu tilgen.

Weitere Solaranlagen dieser Art wird es in der Einheitsgemeinde Gerbstedt nicht geben, es gibt aktuell keine weiteren Gewerbeflächen, die den Bau derartiger Anlagen erlauben.

Die Einheitsgemeinde Gerbstedt und insbesondere die Gemeinde Siersleben sind für den gewonnenen Investor zu beglückwünschen.

Eine schnelle Entscheidung und Zusage zum Baubeginn wirft ein gutes Licht auf Siersleben. Wer auf der alten B180 durch Siersleben fährt wird unweigerlich den Solarpark wahrnehmen und erkennt, dass Siersleben sich auch modernen Techniken nicht verschließt.

Und wenn es denn rentabel ist und mit Unternehmen vor Ort Verträge geschlossen werden können, die eine Beteiligung an solchen Vorhaben möglich machen, wird es zukünftig vielleicht doch noch mehr solcher Anlagen in der Einheitsgemeinde Gerbstedt geben.

Walbeck ist auch solar

Im Dezember letzten Jahres erwarb die niederländische Pfixx Solar International im Techno- und Gewerbegebiet Walbeck ein Grundstück und baute darauf einen 8 Hektar großen Solarpark, groß genug, um 800 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Solaranlage Walbeck Hettstedt

Hoffentlich kommen bald sonnigere Zeiten auf die Solaranlage in Walbeck Ortsteil Hettstedt zu

Insgesamt wurden ca. 5,5 Millionen Euro von mehreren Ansiedlern investiert, wodurch Walbeck innerhalb kurzer Zeit eine Führungsposition im Bereich der erneuerbaren Energien übernommen hat.

“Wir sind schon stolz auf die Vorreiterrolle in der Stadt bei den erneuerbaren Energien. Und es wird dadurch auch Hettstedt sicher zu einem guten Image verhelfen“, sagt Walbecks Ortsbürgermeisterin Petra Wernicke (CDU) gegenüber der MZ.

Unkomplizierte Zusammenarbeit heißt das Geheimnis des Erfolgs. “Es gab keine politischen Vorbehalte, das war unser Vorteil”, sagt Wernicke weiterhin. Ganz ohne Vorbehalte ging man in die Verhandlungen mit den Investoren.

Ein derartiges Vorgehen würde auch Hettstedt gut zu Gesicht stehen, hier stünden nicht genug Flächen für derartige Bauvorhaben zur Verfügung und anstatt diese zu finden würde man sich nur  an der alten Deponie festbeissen.

Hettstedt steht wieder einmal für “Wollen wir nicht!”

Überholt von zwei Nachbarorten verschließt Hettstedt sich immernoch erfolgreichen den erneuerbaren Energien.

Der Bau der ersten Photovoltaik-Anlage in Hettstedt auf der alten Deponie wurde vom Stadtrat abgelehnt. Begründet mit der Sorge darum, dass beim Bau belastetes erdreich freigesetzt werden könnte.

Nun eine erneute Anfrage durch einen Invester für das Gewerbegebiet Ritteröder Strasse.

Und das gleich durch zwei Interessenten.

Problem: “Das Gebiet ist bisher nicht für Photovoltaik-Anlagen, sondern für Gewerbeflächen ausgewiesen. “Der Stadtrat müsste einer Änderung des Bebauungsplanes zustimmen”, sagte Kavalier der MZ.

Dazu gibt es am 31. Januar eine Sitzung des Stadtrates, in der eine Änderung des Bebauungsplanes DISKUTIERT werden soll.

Wenn dann eine Einmalzahlung von 200.000 Euro durch nur einen Investor und jährliche Pachteinnahmen für die Stadt Hettstedt in Höhe von 20.000 Euro kein Argument sind, bedeutet dies einen erheblichen Imageverlust der Stadt Hettstedt und zeugt von Investorenfeindlichkeit.

Zumal vor Jahren in dem Bereich schon einmal ein Solarpark geplant war, was jedoch daran scheiterte, dass die Stadt dem Investor beim Kaufpreis nicht entgegenkommen wollte.

In Bezug auf dieses Gewerbegebiet ist außerdem anzumerken, dass es in den letzten Jahren keine Neuansiedlungen dort gab und es brach liegt. Aktuell gäbe es auch keine weiteren Anfragen für dieses Gebiet.

“Ich finde das Gewerbegebiet zu schade, um es mit Photovoltaik-Anlagen zu verbauen”, meint Frank Hergeröder, sachkundiger Einwohner im Ausschuss.

Es scheint, als würden wieder einmal private Befindlichkeiten für derartige Entscheidungen eine große Rolle spielen.

Wie Herr Hergeröder, sachkundiger Einwohner im Ausschuss Bau, Um­welt, Ver­kehr und Stad­tent­wic­klung, zu der Behauptung kommt, das Gebiet wäre zu schade für eine Solaranlage, ist absolut fraglich. Neue Unternehmen haben sich in den letzten Jahren nicht angesiedelt, aktuell hält sich das Interesse an dem Gewerbegebiet ebenfalls in Grenzen.

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Mit 200.000 Euro Einmalzahlung kann in Hettstedt einiges bewegt werden, wofür vorher kein Geld da war.

Ganz zu schweigen vom Imagegewinn der Stadt Hettstedt. Wenn diese sich noch in die Reihe der Solar-Citys zwischen Walbeck und Siersleben einreiht, wirft das bei Investoren ein ganz anderes Licht auf die Region.

Auf eine Region, die es ganz bitter nötig hat!

Es ist wirklich erschreckend zu sehen, dass Gemeinden wie Siersleben und Walbeck absolut unvoreingenommen und vor allem schnell entscheiden und dadurch bei Investoren punkten können.

In der Stadt Hettstedt, die gern Kreisstadt werden wollte, werden Anfragen und Änderungen von Beschlüssen immer erst einmal DISKUTIERT (bei Kaffee und Kuchen? Unter gegenseitigen Vorwürfen und Anfeindungen?). Entscheidungen brauchen Monate oder werden nie getroffen.

Vielleicht kommt ja nun eine andere flexible Gemeinde der Stadt Hettstedt zuvor und die Investoren entscheiden sich dann gegen Hettstedt?

Es gibt schon ein sehr trauriges Bild, dass Siersleben, Klostermansfeld und Walbeck über moderne Solarparks verfügen und Hettstedt, die STADT dazwischen, sich dageben wehrt.

 

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