Hettstedt-Online

Bis 2025 ein besseres Hettstedt

Familienatlas 2012 – Eine Katastrophe für den Landkreis MSH

| Keine Kommentare

Bereits vor einigen Tagen wurde in den Medien verbreitet, dass der von der Bundesregierung veröffentlichte Familienatlas 2012 dem Landkreis Mansfeld-Südharz ein hervorragendes Zeugnis als kinder- und familienfreundliche Region in Deutschland ausstellt.

Bezogen wird diese Aussage auf die Anzahl der vorhandenen Kita-Plätze und Schulen.

Leider wurden die Ergebnisse des Familienatlas noch nicht veröffentlicht, sodass ein direkter Bezug aktuell fehlt.

Jedoch tritt nun genau das ein, was ich befürchtet hatte:

Politik schmückt sich mit fremden Federn

Im Amtsblatt 03-2012 für den Landkreis Mansfeld-Südharz nimmt unser Landrat in seiner Ansprache direkten Bezug auf den Familienatlas:


Engagierte Region für Familien…

… Im neuen Familienatlas der Bundesregierung landet unser Landkreis in Bezug auf die Kinderbetreuung und die Bildung im deutschlandweiten Vergleich auf den vorderen Rängen. Ein sehr gutes Ergebnis – das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind!

In den vergangen Jahren wurde sehr viel Geld in den Ausbau der Kindertagesstätten und Schulen im Landkreis investiert – kinder- und familienorientiertes Handeln wird bei uns groß geschrieben! Auch das ist im Familienatlas 2012 zu lesen.

[Zitat aus dem Amtsblatt Mansfeld-Südharz 03-2012]


Als Hettstedter, der seinen Sohn in eine Kita der Eigenbetriebe in Hettstedt bringt, frage ich mcih beim Lesen dieses Textes, welche Investitionen der Landkreis getätigt hat, um hier vor Ort die Kinderbetreuung auszubauen?

Gerade in den letzten 2 Jahren ist hier kaum etwas passiert, Kitas sind zum großen Teil auf Spenden, Sponsoren und das Engagement von Eltern angewiesen, um beispielsweise Spielgeräte zu erneuern, Lernmaterialien für die Kinder zu kaufen oder die Räume, in denen die Kinder einen Großteil des Tages verbringen, zu renovieren.

Da frage ich mich wirklich ernsthaft, von welchem Landkreis der Landrat Dirk Schatz spricht!

Wirklich lächerliche Züge nimmt die Ansprache von Landrat Dirk Schatz an, wenn man sich im gleichen Amtsblatt die Seite 20 anschaut!

Hier schreibt der Landkreis Mansfeld-Südharz, dessen oberster Vorsitzender ja bekanntlich der Landrat Dirk Schatz ist, den kommunalen Eigenbetrieb Kinder- und Jugendstätten Mansfeld-Südharz zur Übertragung an einen freien Träger aus.

Damit zieht sich der (so hochgelobte) Landkreis Mansfeld-Südharz wieder einmal aus der Affäre. Bei einer Übertragung des Eigenbetriebes an einen freien Träger ist der Landkreis für den Eigenbetrieb Kinder- und Jugendstätten nicht mehr zuständig.

Sehr kinder- und familienfreundliches Auftreten!

Schließungen und aus der Verantwortung stehlen!

Und es geht noch weiter. Eisleben steht kurz vor der Pleite, der Haushalt muss dringend überarbeitet werden. Geplant sind in erster Linie die Erhöhung von Grundstücks- und Gewerbsteuern und die Schließung von 3 Grundschulen! Außerdem soll der Eigenbetrieb der Kindertagesstätten an einen freien Träger abgegeben werden!

Der geneigte Leser wird nicht bestreiten können, dass es für eine Haushaltskonsolidierung nötig sein wird, Steuern zu erhöhen.

Aber: Die einzigen, an denen (am meisten) gespart wird, sind die Kinder!

Wo bleiben denn da die (Eigen)lobhudeleien vom Landrat Schatz, der im Amtsblatt noch propagierte: “familienorientiertes Handeln wird bei uns groß geschrieben!”

Das ist lächerlich!

Jeder Bürger im Landkreis weiß, dass die gute Versorgung an Kita-Plätzen in Mansfeld-Südharz nicht dem Ausbau (auf Drängen des Landkreises) der Kitas geschuldet ist, sondern dem demografischen Wandel!

Es werden immer weniger Kinder geboren, die Kindertagesstätten werden erhalten!

Und auch der Landkreis, und damit auch Landrat Schatz, sollte das Problem kennen, denn schließlich stellte sich der Landkreis gegen den Neubau einer Kita in Wiederstedt. In der Begründung vom Landkreis hieß es dabei:


Derzeit stünden in den sieben Kindertagesstätten in der Stadt Arnstein rund 400 Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze zur Verfügung. Betreut würden dort gegenwärtig 328 Mädchen und Jungen. “Die Überkapazität, die bereits jetzt besteht, wird sich in den kommenden Jahren aufgrund des demografischen Wandels noch erhöhen” [Quelle: mz-web.de]


Landrat Schatz kennt also die Ursache für die gute Versorgung mit Kita-Plätzen im Landkreis selbst, schwelgt jedoch selbst in “seinem offensichtlichen Erfolg”.

Zieht man die Umstände in Betracht, dass es im Landkreis grundsätzlich nur um Schulschließungen geht und um die Übertragung von Kinder- und Jugendstätten, sowie kommunalen Kitas, an freie Träger, so stellt sich der Familienatlas 2012 der Bundesregierung als falsch dar.

Wenn Landrat Dirk Schatz dann auch noch davon spricht, dass dieser Familienatlas 2012 zeigt, dass der Landkreis auf einem guten Weg ist, dann kann einem Angst und Bange werden.

Nur durch die Tatsache, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachen Wirtschaft in Deutschland seit Jahren auf den letzten ängen mitspielt, haben wir eine so gute Versorgung an Kita-Plätzen. Die Kindertagesstätten im Landkreis Mansfeld-Südharz wurden in den letzten Jahren eher erhalten, als “deutlich” ausgebaut.

Wenn “auf einem guten Weg” zu sein bedeutet, dass Schulschließungen und die Abgabe von Verantwortung an freie Träger richtig sind, wird die Zukunft für den Landkreis noch viel schlechter aussehen.

Leider scheint Landrat Schatz eine etwas verschobene Darstellung der Problematik zu bevorzugen!

Die gute Versorgung mit Kita-Plätzen und Schulen im Landkreis ist nur ein Verdienst des Landkreises und der Regionalpolitik, wenn diese endlich ihr Versagen in den letzten Jahren zugeben!

Ansonsten ist nur der katastrophale demografische Wandel ursächlich für die Familienorientierung im Landkreis!

Weitere Artikel in dieser Kategorie die Sie interessieren könnten:

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*