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Sommerkino – Für mich? Für Dich? Für alle?

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Heute soll nun die Gesprächsrunde mit Bürgermeister Kavalier stattfinden, in der die Modalitäten für ein Sommerkino, das am 30.06.2012 auf den Rathaustreppen in Hettstedt stattfinden soll, besprochen werden.

Dass so etwas in Planung ist und umgesetzt werden soll ist schön für Hettstedt.

Wie der Veranstalter, der Eisleber Verein “Kino 009″ dieses Sommerkino allerdings umsetzen möchte, ist weniger schön.

In der MZ wurde am 27.04.2012 folgender Artikel veröffentlicht: Artikel

Sommerkino soll Besucher anlocken

Die Idee, den Marktplatz und die Rathaustreppen mehr in das kulturelle Geschehen einzubinden, ist grundsätzlich gut.

Allerdings scheint man beim Veranstalter, dem Eisleber Kino-Verein “Kino 009″ genau zu wissen, welche Besucher man haben möchte, und welche nicht.Hettstedt Dislike

So heißt es im Artikel direkt:

Ohnehin sei es schwierig, junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren für ein Sommerkino zu begeistern. “Die wollen Popcorn und eine Veranstaltung ab 22 Uhr. Das kriegen sie in Halle geboten”, so Matuschek. Deshalb sei es aus seiner Sicht sinnvoller, die Leute “35 plus” als Zielgruppe anzusehen.

“die Leute “35 plus” als Zielgruppe” – das sitzt!

Nach dieser Aussage brauchte ich erstmal ein paar Minuten, um das noch einmal Revue passieren zu lassen!

Auf meine Nachfrage im Rathaus, ob eine Teilnahme an der Gesprächsrunde heute möglich wäre, wurde dies leider abgelehnt. Schade, denn eine solche Aussage setzt ein falsches Signal und darf so nicht stehen bleiben!

Hier wird den jungen Leuten, übrigens der “35plus Generation” von morgen, empfohlen, doch nach Halle ins Kino zu fahren, dort bekämen sie geboten, was sie suchen würden.

Hat denn schonmal jemand diese jungen Leute in Hettstedt gefragt, was sie geboten haben wollen?

Eine Aussage wie: “Ohnehin sei es schwierig, junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren für ein Sommerkino zu begeistern!” ist wieder einmal ein Zeichen dafür, dass niemand ein ernsthaftes Interesse daran hat, diese “Generation” mit ins Boot zu holen.

Schwierig bedeutet NICHT unmöglich!

Vielleicht sollte ein Kinoverein einmal sein Konzept überdenken und, anstatt die “jungen Leute” gleich vorweg auszuladen, überlegen, wie man diese EINLADEN könnte!

Da eine Teilnahme an der Gesprächsrunde nicht erlaubt war, sah ich mich genötigt, Bürgermeister Kavalier in irgendeiner Form auf diesen Fehler hinzuweisen und noch einige Gedanken einzubringen. So schrieb ich ihm am 2. Mai folgende E-Mail:

Sehr geehrter Herr Kavalier,

mit einer gewissen Freude las ich in der MZ über die Pläne, ein Sommerkino in Hettstedt zu veranstalten.

Die Platzwahl ist hervorragend und wird sicherlich dem Event den passenden Rahmen bieten.

Allerdings sind dem Artikel auch Aussagen zu entnehmen, die man nicht stillschweigend hinnehmen sollte.

Herr Matuschek mag seine Sicht der Dinge zu haben, die meiner Meinung nach falsch und fehl am Platze ist:

Zitat:  “Deshalb sei es aus seiner Sicht sinnvoller, die Leute “35 plus” als Zielgruppe anzusehen.”

Begründet wird das damit, dass es ohnehin schwierig sei, junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren für ein Sommerkino zu begeistern. Er unterstellt: “Die wollen Popcorn und eine Veranstaltung ab 22 Uhr. Das kriegen sie in Halle geboten”

Hettstedt soll eine Stadt für die Hettstedter sein, dazu gehören auch die jungen Leute zwischen 20 und 30 Jahren. Eine Aussage wie: “Das kriegen sie in Halle geboten!” untergräbt alle Anstrengungen, die jungen Menschen in Hettstedt mit ins Boot zu holen.
Eine solche Aussage kann, meiner Meinung nach (und ich bitte um Entschuldigung) wieder einmal nur von einem ideenlosen, verbohrten, dummen alten Mann kommen. Anstatt sich zu überlegen, was man für besagte Altersgruppe leisten könne, werden diese nach Halle geschickt.

Sollte es am Popcorn liegen: Ich habe eine Gewerbeschein und erkläre mich gern bereit, Popcorn zu besorgen und dieses vor Ort für kleines Geld anzubieten.

Sollte es daran liegen, dass man mit DEFA-Filmen keine jungen Menschen aus dem Haus lockt, so ist dies eine Tatsache, noch dazu verständlich.

Vielleicht sollte man nach Möglichkeiten suchen, jung und alt zusammenzubringen?
Anstatt DEFA-Filmen bieten sich Filme an, die bei Menschen in dem Alter einen gewissen Kult-Status erreicht haben, ohne die aktuelle Kracher sein zu müssen.

Spontan fallen mir Filme wie die Trilogie “Der Pate”, “Scarface”, “Sin City”, “Pulp Fiction” oder “Boondock Saints” ein.
Alles Filme, die relativ alt sind und trotzdem Menschen zwischen 20 und 30 Jahren begeistern können.

Diese Altersgruppe von vornherein auszuschließen ist der falsche Weg.
Vielmehr sollte doch zugesehen werden, dass ein solcher Kinosommer etwas für alle zu bieten hat.

Hier wäre es eine tolle Sache, wenn nicht nur am 30.6. eine (oder zwei) Aufführungen stattfinden, sondern am 1.7. am Sonntag gegen 9 oder 10 Uhr für die Kleinsten der Stadt ein Märchenfilm gezeigt wird (und das kann auch gern wieder ein DEFA-Film sein).

Es ist nicht richtig, den Markt, bzw. die Rathaustreppen nur einem kleinen (finanzstarken?) Teil der Bevölkerung Hettstedts anzubieten.
Dafür gibt es bereits das Sommerkabarett, bei dem das mangelnde Interesse der 20 bis 30 jährigen in Kauf genommen wird.

Ein Sommerkino sollte für alle sein, also, meine Empfehlung: Einen der oben genannten Filme für die Jugend (eventuell in einer Spätvorstellung zeigen und ich verkaufe dazu Popcorn) und für die Jüngsten einen Märchenfilm am Morgen danach.
So wird allen gezeigt, dass Hettstedt offen für alle Bürger ist.

Für Rückfragen zwecks Popcorn-Verkauf stehe ich gern unter info@vorwaerts.biz zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

André Ulrich
hettstedt-online.eu

Leider erhielt ich bis heute keine Bestätigung für die Kenntnisnahme, sodass nur zu hoffen bleibt, dass diese Argumentation trotzdem Bestandteil der Gesprächsrunde sein wird.

Hettstedt für ALLE!

Ich denke, in Zukunft dürfen derartige Aussagen von niemandem mehr öffentlich getätigt werden!

Die Verantwortlichen der Presse, die Verantwortlichen bei Vereinen und die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung sollten sich darüber bewusst werden, dass sie FÜR HETTSTEDT einstehen müssen.

Und FÜR HETTSTEDT bedeutet “für ALLE Hettstedter”

Wer sich in einer Position befindet, an der er oder sie Gehör in weiten Kreisen und in der Presse erhält, und NICHT FÜR HETTSTEDT UND SEINE BÜRGER ist, muss sich ernsthaft fragen, ob er an der richtigen Stelle ist.

Sommerkino – Doch nur für mich? Oder für alle?

Es wäre zu begrüßen, wenn die Gesprächsrunde zu dem Ergebnis kommt, dass ein Sommerkino in Hettstedt FÜR ALLE SEIN MUSS!

Wenn es denn unbedingt gewünscht wird, soll doch ein DEFA-Film laufen, im Anschluss einer der in der Mail genannten Kult-Filme für die jungen Leute.

Natürlich steht es den ALTEN “35plus” und den JUNGEN offen, sich auch jeweils den anderen Film mit anzuschauen!

Und am nächsten morgen eine Veranstaltung exklusiv für die ganz Kleinen, die dann gern mit Mama, Papa, Oma, Opa oder allein einen DEFA-Märchenfilm präsentiert bekommen.

EINMAL SOMMERKINO FÜR ALLE BITTE!

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6 Kommentare

  1. Letztendlich ist die Frage ob Kino oder kein Kino bzw. die Qualität der Filme eine Frage des Geldes. Der Wunsch Filme zu zeigen scheitert schon an den Bedingungen welche der Filmverleih betreffs der Anzahl der Besucher und der damit verbundenen Einnahmen fordert. Die GEMA und andere wollen auch noch Geld. Bevor man in der Stadt mit diesem Wunsch an die Öffentlichkeit geht sollte man sich zuvor über die finanziellen Bedingungen Klarheit verschaffen. Es kann ja möglich sein, dass die Stadtverwaltung und Gewerbetreibenden der Stadt Hettstedt über Geld im Überfluss verfügen und die Kosten tragen, der Kinoverein kann dies jedenfalls nicht.

    • Die Frage der Finanzierung wurde ja hier auch nicht zur Debatte gestellt. Natürlich kostet alles Geld und einer der genannten “Kult-Filme” sicherlich auch.
      Grundsätzlich ist es doch aber falsch, von vornherein Aussagen zu machen, die einer Bevölkerungsgruppe, die, mit Verlaub gesagt, in den letzten 10 bis 20 Jahren bereits massiv vernachlässigt wurde, komplett von kulturellen Veranstaltungen ausschließen.
      Derartige Planungen dürften garnicht in die Öffentlichkeit gelangen, weil sie den Graben in Hettstedt noch weiter aufreißen.

      Und, auch wenn es ein Thema in der DDR war, hat es heute nicht an Bedeutung verloren:

      In die Jugend investieren heißt, in die Zukunft investieren!

      Dafür wird es Zeit und es müssen klare Zeichen gesetzt werden. Ich bin der Meinung, dass neben der Politik auch die Unternehmer endlich Verantwortung übernehmen müssen, gerade für die Jugend, die auch die Zukunft der Unternehmer in Hettstedt sind, ob als Arbeitskräfte oder als Kunden.

      Wichtig ist doch, dass man, bevor die Finanzierung geklärt wird, klären muss, was finanziert werden soll. Eine Ausgrenzung einer kompletten Generation ist hier der falsche Weg und nicht nur inaktzeptabel, sondern absolut nicht hinnehmbar.

  2. Da stimme ich Ihnen in Bezug auf junge Generation ebenfalls zu.

  3. Anbei die Antwort vom Kinoverein zum Thema:

    Datum: 8. Mai 2012 um 22:50
    Betreff: Kino in Hettstedt

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    durch eine Mail mit Ihrem Link wurden wir auf die Diskussionsplattform
    gelenkt. Alles so…….weit ,so………… gut.Noch besser ist die
    Tatsache, das man die Situation beobachtet und diskutiert wird.
    Grundsätzlich aber folgende Dinge
    unserseits :
    1. WIR sind und werden auch nicht der VERANSTALTER des Hettstedter
    Kinosommers sein.
    2. Ihre Filmideen und Wünsche sind gut bis genial (nur haben wir gerade für
    den Film von Robinson jr -Deutsch/Italienische Lizenz ) für EINE
    Aufführung in Augsdorf vor 100 Zuschauern eine Mindestforderung von 1000.-€
    vom Verleiher erhalten-in Vorkasse, selbst wenn diese wegen Regen,Sturm und
    Schnee ausfällt !!!!!!!!!!!!!

    3. Wir grenzen keinerlei Altersgruppe aus, sagen dem Veranstalter aber (wer
    dies auch immer in Hettstedt sein möge), das sich die Altersgruppe 20-30 an
    aktuellen Filmen orientiert, die mit hohen Lizenzgebühren verbunden sind
    (und die man in Vorkasse zahlen muss !!!).

    4. Empfehlen wir Ihnen das Ganze als Veranstalter zu übernehmen und die
    Mindestkosten in Vorkasse auf unser Konto zu überweisen(bei 100 Besuchern
    minestens 750.-€ )und wir sind mit jedem Wunschfilm (außer Gewalt, Mord und
    Totschlag) dabei.

    Was uns vereint ist die Sorge um unsere Jugend, aber ich habe zumindest in
    diesem Land den Eindruck, das dies die wenigsten Parteien ernsthaft
    interessiert und die “Herdprämie ” das Zukunftsmodell oder private und
    kirchliche Schulen für Besserverdienende sein soll.

    Wir sind ein gemeinnütziger Verein und haben deshalb auch große
    Schwierigkeiten mit dem Finanzamt (weil die uns Gewinnbestrebungen bei 3.-
    bis 5.- € Eintrittsgeld unterstellen – LACH:LACH ), aber wir sind auch
    realistisch genug, Träumern und sonstigen “Realisiten” zu sagen :BITTE
    DIESE TRÄUME NICHT AUF UNSERE RECHNUNG !!! Wir haben alle ein festes
    Einkommen aus beruflichem oder rentenrechtlichem Hindergrund und kämpfen
    stets um das Überleben des Vereins-aber wir fahren nicht auf der TITANIC.

    Mit freundlichen Gruss

    Ralf-Dieter Matuschek

  4. Ich stimme Ralf Matuschek zu. – Und weiß, wenn man sich wirklich sachlich + nicht von vornherein mit inflationärem Daumen-nach-unten-Gehabe einbringt, wird man auch gehört + kann mitmischen. Macht nämlich wieder Spaß in dieser Stadt. – Ach ja, fast vergessen… Hier ging´s ja ums Sommerkino, aber der Zwischensatz musste sein… Mag auf den ersten Blick ne tolle Forderung sein, im Rahmen eines Sommerkinos für Kinder DEFA-Märchenfilme zu zeigen. Fragt sich bloß, welche Mutter ihren Lütten 23 Uhr auf den Markt bringt (alternativ woanders hin), um ihm ne Filmnacht zu bescheren. Nachmittags macht´s ja wohl draußen keinen Sinn, Stichwort Stand der Sonne… Also, nicht nur meckern. Diejenigen, die sich das Kino ab ner bestimmten Altersgruppe vorstellen könnten, haben sich was bei gedacht ;-)

    • Sehr geehrte Frau Paul,

      leider kann ich Ihnen nicht ganz folgen. Wenn Sie Herrn Matuschek zustimmen, dann ist das Ihre Sache. Ich habe keine Ahnung, was an meinem Artikel und meinen Vorschlägen unsachlich war. Ich denke, dass ich meinen Standpunkt sehr sachlich dargelegt habe.

      Wenn Sie die Forderung, dass die jungen Leute nicht von vornherein ausgeschlossen werden dürfen, als inflationäres Gehabe ansehen, dann tun Sie mir leid. Und ich stelle mir ernsthaft die Frage, was wieder Spaß macht.

      Achja, es ging ja um´s Sommerkino.
      Zur Filmnacht für die Lütten:
      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. In meiner Mail an den Bürgermeister, der Sie ja den Vorschlag für die DEFA-Märchenfilme entnommen haben, ist keine Rede davon, diese um 23 Uhr zu zeigen. Ich habe sogar ein Datum, und zwar den Folgetag, den 1.7. um 9 oder 10 Uhr vorgeschlagen. Keine Ahnung wo Sie in Bezug darauf 23 Uhr lesen.

      Was diejenigen, die sich das Kino ab ner bestimmten Altersgruppe vorstellen könnten, dabei gedacht haben, ist mir klar und habe ich bereits ausführlich mit Herrn Matuschek besprochen.
      Seine Standpunkte sind klar, meine konnte ich ihm ebenfalls gut vermitteln.

      Also, nicht nur meckern.

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