Hettstedt-Online

Bis 2025 ein besseres Hettstedt

Kulturnotdurft Hettstedt

Ein Jahr Kulturnotdurft in Hettstedt! Wie sieht es heute aus?

| 3 Kommentare

Vor etwas über einem Jahr griffen junge Hettstedter zu Schaufeln und zeigten öffentlich Ihren Protest.

Und das an einer Stelle, an der es die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Hettstedt nicht übersehen konnten, direkt vor dem Rathaus.

Kulturnotdurft Hettstedt

Kulturnotdurft Hettstedt - Urheber unbekannt

Das Ergebnis des Protestes war dieser etwa 2 Meter hohe “Haufen” aus Schnee.

Leider kam dies garnicht gut bei den Adressaten an, so war die erste und wichtigste Amtshandlung der Verantwortlichen im Rathaus die Entfernung dieses Schneehaufens.

Interessanterweise kam diesem dann doch noch eine erhöhte Aufmerksamkeit zu, er war der einzige Schneehaufen, der Anfang Januar 2011 vom Marktplatz entfernt wurde. Sehr zum Ärgernis der Händler und Anwohner, die sich weiter mit den zusammengekehrten Schneemassen auf dem Marktplatz Hettstedt rumärgern mussten.

Schade, dass die sonstige Aufmerksamkeit eher mäßig ausfiel, was wohl dem schnellen Handeln des damaligen Bürgermeisters Jürgen Lautenfeld zu verdanken ist.

Kulturnotdurft 2012?

Protest in dieser Form gab es in Hettstedt seitdem nicht wieder, was eigentlich zu bedauern ist, zeigt es doch, dass niemand mehr ernsthaft daran interessiert ist, etwas zu bewegen.

Der Kulturnotstand in Hettstedt scheint vorerst abgewendet, hat doch die ARGE für mehrere Kultureinrichtungen die 1-Euro-Jobber für mindestens ein weiteres halbes Jahr bewilligt. So ist unter anderem auch der Kunstzuckerhut gerettet.

Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Mehrere Einrichtungen haben Anträge für “Mitarbeiter” vom Bundesfreiwilligendienst gestellt. Werden diese bewilligt, wäre ein fortlaufender Betrieb der Kulturstätten gesichert.

Wenn nicht, muss wohl nach anderen Lösungen gesucht werden, die Stadt Hettstedt wird jedoch kaum alle Kulturstätten aus eigener Kraft tragen können.

Vielleicht sollte man die Hettstedter mehr selbst in die Pflicht nehmen um die Kultur zu bewahren und deren Stätten weiter zu betreiben.

Immer wieder wird erwähnt, dass die Wahrung der Kultur sehr wichtig sei, die Frage die sich hierbei jedoch stellt ist, ob die Hettstedter im Allgemeinen denn an der Rettung der Kultur interessiert sind?

Oder betrifft dies grundsätzlich nur einen kleinen elitären Kreis?

Betrachtet man die Spendenbereitschaft der Hettstedter (Bürger und ehemalige) und Unternehmer in Bezug auf die Reparatur der Großleinwände am Freimarkt Hettstedt, so stellt sich doch die Frage, ob es möglich wäre, eine unabhängige Kulturstiftung oder einen Kulturfond zu schaffen, in den die kulturinteressierten Hettstedter spenden können und aus dessen Topf bei wirklich dringendem Bedarf einzelne Kulturstätten der Stadt finanziell gestützt werden können?

Oder bestehen zu viele Bedenken, dass der Großteil der Bevölkerung keinen Wert auf Kultur legt und der Fördertopf ständig leer wäre?

Eine Diskussion zu diesen Thema ist ausdrücklich gewünscht. Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion.

Weitere Artikel in dieser Kategorie die Sie interessieren könnten:

3 Kommentare

  1. Hettstedt,

    zu Ostzeiten eine Stadt des Aufschwungs und Fortschrittes. Eine Stadt mit Idolen, Idealen und einer ständig wachsenden Zielstrebigkeit.

    Natürlich ist es mit mangelder Recherche leicht zu schreiben, dass die Macher des “Haufens” kein wirkliches Interesse an der Neuschaffung von Kultur in Hettstedt hatten. Doch ist es wirklich so einfach? Warum, gibt man sich als Reporter nicht die Mühe, sucht und interviewt die Verursacher. Der Anteil an Jugendlichen und vorallem an kulturinteressierten Jugendlichen ist nur ein sehr eingeschränkter Kreis in Hettstedt.

    Warum wird beim Thema Kultur sofort der Bezug auf Finanzierungen und die ARGE gesucht. Wer sagt das die Kulturschaffenden finanziert werden wollen? Kultur muss die Stadt keinen Cent kosten, aber die Stadt Hettstedt sollte ein Fünkchen Courage besitzen um sich einzugestehen, dass manche Jungendliche einfach nur ein GO oder ein “wir stehen hinter dem was ihr macht” brauchen um sich Kulturell zu entfalten.

    Als aussenstehender, ausgewanderter Hettstedter kann ich mit 100%tigem Wissen sagen, es gibt genug Jungendliche die etwas Schaffen wollen und auch Schaffen. Nur größtenteils ausserhalb der Stadt.

    Es gibt ein grosses Problem und dieses besteht nicht nur in Hettstedt, sondern Deutschland und sogar Welt weit. Kultur ist nicht definierbar!!! Was für die einen Beschmutzung von Wänden oder Lärmstörungen sind, ist für die anderen Kultur. Blasmusik und ein Maschinendenkmal ist auch Kultur, spricht aber eine vollkommen anderes Klientel an. Es ist ein ständiger Generationenkonflikt.

    Junge Menschen werden nicht angehört oder ihre Meinung abgewunken, weil sie Jung sind.

    Es gibt so viele bekannte junge Macher aus Hettstedt, bestes Beispiel Tino Hahnekamp mit dem Übel&Gefährlich in Hamburg. Warum versucht man als Stadt nicht eine Zusammenarbeit mit solchen Leuten aufzubauen, egal in welcher Form.

    Da sind Ideen gefragt und das diese den Stadtvätern fehlen sieht man zur genüge am Stadtfest und dem Weihnachtsmarkt.

    Es gibt genügend junge Menschen die Versuchen in Hettstedt etwas auf die Beine zu stellen nur leider müssen diese sich oft in anderen Städten verwirklichen.

    Man sollte auch endlich diesen Irrglauben verlieren, dass sich immer alles nur ums Geld dreht. Kunst und Kultur aller Facetten entsteht in den Köpfen der Menschen und nicht im Geldbeutel. Wenn man jemanden die Möglichkeit bietet etwas zu Schaffen und dieser es wirklich will, dann wird er es umsetzen mit oder ohne Geld!

    Mit freundlichen Grüßen

    M.Conrad

    • Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar.

      Ich habe nirgendwo in meinem Artikel geschrieben, dass die Macher des Haufens kein wirkliches Interesse an der Neuschaffung von Kultur in Hettstedt hätten.

      Ganz im Gegenteil, ich persönlich fand den Protest toll und erwähnte nur, dass es seitdem keine Aktion mehr in Hettstedt gab. Was ich persönlich als eine Art Resignation betrachte.
      Schließlich ist der Reaktion der Angesprochenen gewiss nicht im Interesse der Verursacher gewesen, einfach totschweigen und beseitigen.

      Ich bin kein Reporter, nur ein Bewohner, der einen etwas kritischeren Blick wagt. Ich habe diesen Protest der Jugendlichen richtig aufgefasst, denke ich zumindest.

      Bisher ist es in Hettstedt leider so, dass die (von Seiten der Stadt) schützenswerten Kulturgüter nur finanziell zu schützen sind, drückt bei irgendeinem Verein der Schuh, wird sofort zur MZ gerannt und ein Hilferuf gestartet, ob das der Kunstzuckerhut ist, die Druckerei oder das Humboldt-Schloss.
      Leider sind dies alles Kulturgüter, die die jungen Menschen eher weniger berühren und die, trotz jahrelanger Finanzierung und Subvention, mit den alten aussterben werden.
      Die Stadt Hettstedt hat es in den letzten zwei Jahrzehnten nicht geschafft, ihren Fokus auf die Jugend zu legen und versucht nun auf Biegen und Brechen, das nachzuholen. Nur leider haben die Jungen in der Stadt immernoch nicht das Gefühl, dass nun etwas für sie getan wird.

      Und es ist doch eigentlich traurig, dass es die kulturbegeisterten jungen Hettstedter nur außerhalb der Stadt zu etwas bringen, das spricht eben wieder für ein mangelndes Interesse an Entwicklung.
      Leider zieht sich dieser Faden auch im Wirtschaftsleben so durch, kaum ein Unternehmer von außerhalb schafft es in Hettstedt Fuß zu fassen.

      Der Stadtrat von Hettstedt ist leider nur damit beschäftigt eigene Interessen durchzusetzen, transparenz- und ideenlos den Stillstand fortzusetzen.

      Ich habe mich selbst als Künstler in Hettstedt versucht und bin kläglich an den Hettstedtern gescheitert. Ob ständige Absagen zu Anfragen von Ausstellungsflächen oder trotz frühzeitiger Anmeldung zu einer Ausstellung im Kunstzuckerhut dann 1 1/2 Jahre darauf warten zu müssen, das macht einen jungen freischaffenden Künstler mürbe.

      Vor einiger Zeit beschwerte sich unsere Hettstedter Stadtväter darüber, dass es immer nur negative Presse aus Hettstedt gab.

      Über die “Kulturnotdurft” in Form eines riesigen Haufens wurde in den Medien nicht berichtet, selbst als beim sogenannten Hettstedter Unternehmerstammtisch anwesende Pressevertreter auf diese Aktion hingewiesen wurden, war das Interesse gleich NULL.

      Ich machte mich damals selber auf die Suche nach zumindest einem Foto und bin nach langer Recherche fündig geworden.
      Heute ist laut meines Wissens, dieses Foto hier in diesem Beitrag das noch einzig existierende Foto, das online irgendwo zu finden ist.

      Armes Hettstedt und noch ärmere Jugend.

      Geht und sucht Kultur woanders, aber nicht hier. Leider.

  2. Pingback: Hettstedt macht Asche – Kunst im öffentlichen Raum | Hettstedt-Online

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*